Schule zieht im Sommer in Container

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Anwohnerklage: Stadt gibt Wohnungsbau-Projekt an der Brackweder Straße vorerst auf

Brackwede(kw). Die Brachfläche an der Brackweder Straße gegenüber der Haltestelle Rosenhöhe steht im Zentrum des öffentlichen Interesses. Doch während die Stadt ihre Sozialwohnungs-Pläne vorerst abhaken muss, blickt die Gesamtschule Rosenhöhe in die Zukunft. Nach den Sommerferien wird dort in Containern unterrichtet, weil die Schule saniert und modernisiert wird.

Schulcontainer und Sozialwohnungen hätten sich nicht ausgeschlossen, allerdings können die Container nun näher an der Brackweder Straße errichtet werden.

Die Klagen von zwei Anwohnern haben zum Stopp des Sozialwohnungsbau-Projektes der Stadt geführt. Nun sind am Freitag auch die Bauschilder abgebaut worden. Das Bauamt hat die Baugenehmigungen zurück genommen, und die Entwürfe des Architekturbüros EHW, nach denen in zwei Bauabschnitten die 80 Sozialwohnungen gebaut werden sollten, bleiben in der Schublade.

Freie Bahn gibt es jetzt dagegen für die Gesamtschule Rosenhöhe. Vor den Sommerferien wird gepackt, in den Sommerferien umgezogen, und nach den Ferien lernen die Schüler der Klassen fünf bis zehn in den Containern, die Schulleiterin Claudia Hoppe viel lieber Ersatzbauten nennt, »weil sie schöner sind als die alte Schule«. Von der Gesamtschule bleibt zunächst nichts als die Hülle stehen. Das sanierungsbedürftige Gebäude wird komplett entkernt, modernisiert und erweitert, auch mit Blick auf die Inklusion, also auf die Bedürfnisse von Schülern mit Förderbedarf. Ganz neue Wege geht die Schule bei der Raumplanung. Die jeweils vier Klassen eines Jahrgangs werden in so genannten Clustern, was Gruppe oder Bündel heißt, zusammengefasst. Offene Räume statt sterile Flure und viel Raum für bewegtes Lernen und Rückzug sind das Ziel. Wie ihre neue Gesamtschule aussehen wird, daran haben die Schüler selbst mitgewirkt und sogar Schulmöbel selbst entworfen. Auch in diesem Punkt hat die Gesamtschule Rosenhöhe Zeichen gesetzt. Begleitet wurden Pädagogen und Jugendliche dabei von dem Schweizer Schulraumentwickler Andreas Hammon.

Jetzt gibt es einen Film, der diesen zweijährigen Prozess dokumentiert. Filmemacher Marcus Wildelau und Autor Thomas Mense haben dafür Aufnahmen, die während der vergangenen Monate entstanden sind, verwendet und Interviews geführt. Schüler, Schulleiterin, der didaktische Leiter Michael Eichholz und Schuldezernent Udo Witthaus sowie Architekt Hammon kommen darin zu Wort. Den Film gibt es als zwölfminütige Kurzfassung, aber auch als längere Version. Filmpremiere war am Freitag. Die Projektarbeit an der Schule ist damit sozusagen erst einmal abgeschlossen. Jetzt blicken Schulleiterin Hoppe und ihr Kollegium auf den Umzug im Sommer.

https://vimeo.com/244171143

www.gesamtschule-rosenhoehe.de