Die 6A als Kulturscouts im Freilichtmuseum Oerlinghausen

Als wir am Mittwochmorgen, 05.07.2017 am Freilichtmuseum in Oerlinghausen ankamen, haben wir erstmal auf den Guide gewartet und solange am Spielplatz gechillt. Dann begrüßten sie uns nett und wir haben einen Kreis gemacht und die Sicherheitsregeln besprochen, worauf wir aufpassen müssen und was wir machen wollen.

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Der Plan war, etwas über das Leben in der Steinzeit zu erfahren und danach im Wald das Jagen auszuprobieren. Aber lest selbst, wie es weiter ging durch die Alt- Mittel- und Jungsteinzeit.

Die Altsteinzeit, da war es sehr kalt in der Region

Nina, Laura, Veronika und Lena:
Wir erzählen euch etwas über die „Altsteinzeit“, die mit den ersten Menschen beginnt von denen man irgendwo noch „Stein“-Werkzeuge gefunden hat. Das ist ziemlich lange her und die längste Zeit der Menschheitsgeschichte. Bei uns in der Region beginnt die „Altsteinzeit“ erst vor ca. 1 Million Jahren, das ist spät, in Afrika z.B. begann sie viel früher. Bei uns konnte vorher keiner leben, denn bei uns gab es weit und breit nur Eis, wegen der Eiszeiten.
Im Winter waren es meistens –minus! 40°Celsius, im Sommer etwas wärmer. Deshalb gab es in der Altsteinzeit sehr wenig Holz, und da man kein Holz zum Feuer machen hatte, nahm man den Kot von Tieren, ekelhaft nicht wahr?
Wusstet ihr außerdem, dass die „Häuser“ damals, so um das Jahr 10 000 vor Christus, aus Tier- Leder, -Fell und Stroh gebaut wurden? Sie sehen aus wie „Tipi-Zelte“. Die Tipis hatten natürlich keine richtigen Türen. Dafür ließen sie sich schnell einpacken, wenn man den Tierherden hinterher jagen musste. Auch Kleidung wurde aus Leder oder Fell hergestellt!

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Da Fleisch nicht auf Bäumen wuchs, musste man jagen gehen. Wenn man damals Fische oder Robben fangen wollte, dann musste man 2-4 Stunden in einer Position stehen bleiben, weil sonst die Tiere bemerkt hätten, dass Gefahren lauern.
Außerdem wurden ausgewachsene Männer nur um die 1,40 Meter groß, die Lebenserwartungen waren nicht sehr hoch, höchstens 45 Jahre.
Die Menschen damals hatten dunklere Haut und dunklere Haare als heute. Ihre Augen waren immer blau! Verrückt, oder?

Damals gab es natürlich auch Waffen, eine davon hieß „Schleuderspeer“, der bis zu 70 Meter weit flog! Aber dazu könnt ihr später noch Fotos sehen, wir haben die „Schleuderspeere“ selbst ausprobiert... .

Quizfragen zur Altsteinzeit (begann bei uns um 10 000 vor Christus)
    1.    Womit wurde Feuer gemacht?
 Stroh ( ) Tier Kot ( ) oder Tier Fell ( )
    2.    Was gab es immer?
 Es gab immer: Regen ( ) Sonne ( ) Holz ( ) oder Eis ( )
...wusstet ihr schon, dass im Winter Mammuts im Eis einfrieren können?



Die Mittelsteinzeit, es wird endlich wärmer

Arda, Nils:
Um 9600 vor Christus ist die letzte Eiszeit vorbei. Es gab endlich Wälder und auch viele Tiere, so dass die Menschen in Lippe nicht mehr ganz so viel hinter den Tieren herreisen mussten. Die Häuser der Mittelsteinzeit hatten schon eine gewisse Ähnlichkeit mit den heutigen Häusern, sie waren natürlich viel viel kleiner, aber es gab sowas wie Wände und Dächer aus Birkenrinde, die das Haus stabiler machten. Das war sehr interessant und wir durften auch in die kleinen Häuser rein.
Hr. Meyer erzählte uns wie man früher gelebt hat, wie gekauft und was so verkauft wurde.

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Da man nicht mehr so viel unterwegs sein musste, konnte man mehr nützliche Dinge dabei haben. Jeder brauchte was vom andern. Damals wurde nicht geklaut, sondern fair gehandelt oder einfach getauscht. Erst später kam das Klauen! Dadurch, dass andere einfach was wollten, was andere haben, wurde es ein Überlebenskampf. Und leider gibt es das Klauen ja heute noch.
Cenk, Dima:
In der Mittelsteinzeit haben wir erfahren, dass die Steinzeitmenschen jetzt auf dem Land mit Bogen und Pfeilen jagten. Im Wasser jagten sie mit einem bis zu 2m langen Seil an dem mehrere Haken waren die aus einem Geweih gemacht wurden. Oder sie jagten am Wasser mit einer Art Harpune, die aber damals noch keine Schleudervorrichtung hatte, sondern einfach geworfen wurde. Deswegen standen sie in kleinen Höhlen und haben gewartet bis eine Robbe Luft holen muss, sie ist ja ein Säugetier. In dem Moment hat man die Spitze rein gerammt und dann ist die Robbe verblutet. Hr. Meyer meinte aber, das fühle sich nicht so schlimm an, weil die Robbe langsam müde wird, einfach die Augen zumacht und dann Tod ist. Naja, schön klingt das nicht.
Werkzeuge, wie ein Beil zum Fällen von Bäumen, hat man aus Holz und dem spitzen Teil eines Tier Geweihs gemacht.

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Zu der Zeit fing es auch an, dass der Hund, also zunächst der Wolf, der beste Freund des Menschen wurde. Einige haben auch schon Ziegen gehalten und falls man kein Essen hatte konnten sie geschlachtet werden.
Die Leute mussten angeblich nur 8 Stunden pro Woche! jagen, damit das Fleisch für eine Woche reicht und dann konnten sie chillen.
...wusstet ihr, dass es schon 1000 vor Chr. Wasserpfeifen gab?

Leon, Mohammed:
In der Mittelsteinzeit hat uns der Guide auch gezeigt und erklärt, wie man angeblich eingekauft hat. Er hat uns eine Art Falle gezeigt und gesagt, sie sei ein Einkaufsnetz!?
„Häh?“ Wir dachten als erstes, dass man mit der Falle mehr Gurken und Melonen einkaufen kann auf dem Markt,....

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...aber so richtig haben wir ihm dann doch nicht geglaubt.
Und richtig! Dann hat er uns gezeigt wie man mit dem Netz Tiere fangen konnte.



Jungsteinzeit, die Menschen in der Region werden sesshaft

Aalihjah, Jamila, Lisa, Nilhab:
An der dritten Station sind wir in ein großes, altes Haus reingegangen und haben uns in einen Kreis gesetzt bei dem in der Mitte eine Feuerstelle war. Dann haben wir darüber gesprochen wie sie damals, so ab 5500 vor Christus bis 2000 v. Chr. im Stil der Jungsteinzeit gelebt haben.
In der Zeit haben die Menschen begonnen Getreide anzubauen, mit dem Stein zu zermahlen und dann konnten sie Fladenbrot herstellen. Hr. Meyer meinte, ab da gab es auch Karies, wegen der Kohlenhydrate im Getreide. Sie haben auch sowas wie Nutella aus Honig und Nüssen hergestellt. Und sie haben die Tiere selbst gezüchtet und gehalten und brauchten ihnen nicht mehr hinter reisen. Die Menschen wurden richtig sesshaft.

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Sie lebten ein hartes Leben. Die Männer mussten 8-10 Stunden auf dem Feld arbeiten. Bei den Frauen war es so, dass sie 8-10 Stunden Körner zermahlen mussten. Es wurde herausgefunden, dass wegen den schwierigen Arbeiten sehr viele Leute Hand- und Schulter Schmerzen hatten. Selbst eine Geburt war lebensgefährlich, denn es gab zu dieser Zeit noch keine Ärzte. Deswegen waren auch Blinddarm Entzündungen lebensgefährlich oder auch andere Verletzungen führten zum Tot. In der Jungsteinzeit schafften es nur 50% bis zum 45. Lebensjahr und die anderen 50% haben es nicht einmal bis zum Erwachsenen Alter geschafft.
Zu der Zeit begannen auch die Kriegszeiten. Wenn das Essen aus war, gingen sie mit ihren Keulen zu den Nachbarn, töteten sie und klauten das Essen.
Jeder weiß das, das Leben in der Jungsteinzeit war sehr hart. Jetzt kann sich keiner mehr vorstellen so zu leben wie die Steinzeitmenschen, weil wir jetzt Handys und Einkaufsläden haben, selber zu jagen das macht keiner mehr?
Wir glauben, dass das gut war, dass man Einkaufsläden erfunden hat!

Dann haben wir uns noch die Schweine im Stall angeguckt, die die Menschen frühe gezüchtet haben und auch versucht mit einer Art Harpune einen Aal aus dem Tümpel zu fangen. Der Aal wurde natürlich durch einen Stock aus Stroh simuliert.

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Quiz Fragen Jungsteinzeit: Wie lange haben die Männer und Frauen in der Woche gearbeitet? a) 20-30 Stunden b) 8-10 Stunden c) 40-50 Stunden

Nachdem wir das alles gehört hatten, haben wir erstmal eine Pause gemacht, etwas getrunken und gegessen. Unsere Lehrerinnen gaben uns noch Zettel, auf die wir Stichpunkte dazu aufschreiben sollten was uns der Guide erklärt hat.

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Auf Beutejagt mit Schleuderspeer und Pfeil und Bogen
An der letzten Station sind wir in den Wald gegangen und haben mit einem Schleuderspeer aus der Altsteinzeit und mit Pfeil und Bogen aus der Mittelsteinzeit einmal selbst versucht ein Tier zu treffen. Ok, die Tiere haben sich nicht bewegt, denn das Rentier war aus Stroh und das Wildschwein aus Holz. Es ging natürlich darum, ob wir es schaffen etwas zum Essen zu erjagen um nicht zu verhungern.
Zum Glück hat Aalihjah uns gerettet und das Rentier mit dem Schleudersperr getroffen.

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Noch schnell zum „Amazonas" und zurück

Nina, Laura, Veronika, Lena und andere:
Am Ende des Ausflugs sind wir 30 Minuten durch den Wald zu einer Quelle gelaufen, nur um dort 5 Minuten zu chillen und Wasser zu trinken, zumindest haben das einige ausprobiert. Die Stelle wird „Amazonas“ genannt, wie der Fluss in Brasilien und alle Kinder aus Oerlinghausen kennen den Platz.
Da unser Bus kam, mussten wir richtig laufen, ein kleines Training für Sponsor Lauf in der letzten Schulwoche. Weil wir das so schnell geschafft haben, bekamen alle noch ein Eis und fuhren ziemlich erledigt nach Hause. Zwei von uns, Felix und Dustin sind sogar noch mit dem Fahrrad wieder zurück nach Sennestadt geradelt, Respekt!



Der Tag hat allen sehr viel Spaß gemacht. Fahrt doch selbst einmal in die Steinzeit nach Oerlinghausen, das ist gar nicht weit weg.

Schöne Ferien und bis zum nächsten Mal die Klasse 6A mit Fr. Dierks und Fr. Sandhaus

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